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Hans Hillmann

Foto: Rosa Marlies Hillmann

Der Kasseler Hochschulprofessor Hans Hillmann hat wegweisende Werke geschaffen, durch die er seit den 1960er Jahren international bekannt wurde. Die Aufnahme zeigt Hillmann vor seiner Bibliothek in seinem Frankfurter Atelier im März 2013.

Hans Georg Hillmann (1925-2014), Grafiker, Illustrator und Grafikdesigner ist vor allem durch seine international ausgezeichneten Plakate bekannt geworden und gilt als einer der Begründer des modernen deutschen Filmplakats.

Hillmann besuchte von 1948-1949 die Kasseler Schule für Handwerk und Kunst und von 1949 bis 1952 die Kasseler Werkakademie (in der Graphikklasse von Hans Leistikow). Anschließend betätigte der Künstler sich erst als freischaffender Grafiker, zunächst in Kassel, dann in Frankfurt am Main. 1959 nahm Hillmann eine Professur der Visuellen Kommunikation an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel an.

1964 wurden seine Arbeiten im Rahmen der Abteilung "Design und Graphik" der documenta 3 gezeigt, eine Sonderausstellung in den Räumen der Kasseler Werkkunstschule (die spätere Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel). Als Illustrator arbeitete er für das FAZ-Magazin, die Jugendzeitschrift "twen" und zahlreiche renommierte Verlage.

Beim Sichten und erstem Erfassen des Nachlasses wird deutlich, dass Hans Hillmann scheinbar jede Minute zeichnend verbrachte, wie das hier eingefügte Bild verdeutlicht. Er dokumentierte mit Stift und Papier, aber auch mit der Kamera seine Umwelt auf das Penibelste und hat sich so ein Arbeits-Archiv geschaffen, das ihm als Basis für seine Illustrationen diente.

Hillmann gilt als einer der bedeutendsten Graphiker Nachkriegsdeutschlands. Er entwarf zwischen 1953 und 1974 rund 130 Filmplakate, von denen zahlreiche mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden; etwa der Toulouse-Lautrec-Preis der internationalen Plakatausstellung in Paris, den Hillmann 1962 erhielt.

Von Bedeutung sind seine Plakate für Akira Kurosawa’s "The Seven Samurai" oder Robert Bresson’s "Pickpocket". Filme von Jean-Luc Godard, Ingmar Bergman, Jean Cocteau, Michelangelo Antonioni, Federico Fellini und Luis Buñuel wurden mit Hillmanns Plakaten beworben.

Auch Alain Resnais und Edgar Reitz buchten Hillmann, um Plakate für ihre Werke zu entwickeln. Seine lange professionelle Beziehung zu Jean-Luc Godard, für den Hillmann in der Regel die deutschen Filmplakate entwarf, und die Wertschätzung Godards für Hillmanns Kunst wird in einem Film des Regisseures besonders deutlich: In Godards Film "2 or 3 Things I Know Aboout Her" von 1967 sind zahlreiche Hillmann Werke im Hintergrund zu sehen.

Der dem documenta Archiv übertragene Nachlass umfasst unzählige Fotografien, Notizen, Musikalben, Tagebüchern, Skizzen, Plakate und Publikationen.

Neben dem Nachlässen von Arnold Bode und Harry Kramer sowie dem Vorlass von Floris M. Neusüss hat das documenta Archiv nun einen weiteren, international bedeutenden Nachlass eines Hochschullehrers der Werkkunstschule Kassel gewinnen können. Das documenta Archiv wird den Nachlass im Laufe des Jahres 2015 erschließen und somit der Forschung zur Verfügung stellen.

Service und Links

 

 

Ein erster Überblick und Einblick in den Nachlass Hans Hillmann

; © documenta Archiv, Nachlass Hans Hillmann
Hillmann in seinem Lesesessel, zu seiner rechten auf dem Sessel ist das Katzenkissen zu sehen, das sich auch auf dem Filmplakat 'Western-Gangster-Horror-Parodien im Filmkabarett in schwarz' (Paul Paviot) findet.

   

; © documenta Archiv

; © documenta Archiv

; © documenta Archiv

; © documenta Archiv

; © documenta Archiv

 

Die Plakate aus Kassel

; © documenta Archiv; Nachlass Hans Hillmann
Ein Frau ist eine Frau von Jean-Luc Godard.

; © documenta Archiv; Nachlass Hans Hillmann
Sein oder Nichtsein von Ernst Lubitsch.

    

; © documenta Archiv; Nachlass Hans Hillmann
Pierre und Paul von René Allio.  
  

; © documenta Archiv; Nachlass Hans Hillmann
Die untreue Frau von Claude Chabrol.

; © documenta Archiv; Nachlass Hans Hillmann
Die verkaufte Braut von Max Ophüls. 

; © documenta Archiv; Nachlass Hans Hillmann
Amore von Federico Fellini.

     

     
 

     

     
   

     
  

     

     

     
 

     
   

     

     

Veröffentlicht am:   25. 11. 2015